Im Hochsommer gehört die Wilde Möhre zu den auffälligsten und häufigsten Blumen am Wegesrand. Sie wendet einen cleveren Trick an, um möglichst viele Bestäuber
anzulocken. Mit einer dunklen Teilblüte, der sogenannten „Mohrenblüte“ in der Mitte der ansonsten weißen Dolde erweckt die Pflanze den Eindruck, dass bereits ein Insekt auf ihrer Blüte sitzt –
ein Zeichen, dass sich hier ein Besuch lohnt.
Nicht nur wegen ihres Tricks, sondern auch wegen des reichen Angebots an Pollen und Nektar bis weit in den Spätsommer wird die Wilde Möhre von unzähligen Tieren
besucht. Doch auch die Blätter sind schmackhaft: Die Raupen des Schwalbenschwanzes ernähren sich mit Vorliebe von ihnen. Da die Tiere den Winter verpuppt und an den trockenen Stängeln hängend
überdauern, lohnt es sich, abgeblühte Staudenflächen auch über den Winter stehen zu lassen.
Die auffällige Blüte der Wilden Möhre zeigt sich erst im zweiten Jahr. Im ersten erscheint nur eine recht unscheinbare Blattrosette am Boden. Werden auf neu
angelegten Grünflächen Wilde Möhren und andere erst später blühende Wildblumen gesät, kann die Fläche anfangs noch recht karg aussehen. Doch im Folgejahr wird die Geduld mit einer blütenreichen
Wiese belohnt.
Verwechslungsgefahr:
In der Familie der Doldenblütler gibt es Pflanzen, die der Wilden Möhre ähnlich sehen. Verwechslungsgefahr besteht beim Geflecktem Schierling, dem Giftigen
Wasserschierling und der Hundspetersilie. Diese Arten sind giftig.
Die Wilde Möhre besitzt jedoch Merkmale, die sie unverwechselbar macht. Im Grobumriss verlaufen ihre Blätter spitz dreieckig zusammen. Die einzelnen
Laubblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert. Zur Anfang der Blütezeit ist die große, weiße Blütendolde zunächst flach gewölbt und weist mittig die markante, dunkel gefärbte „Mohrenblüte“ aus.
Sobald die Fruchtzeit eintritt, rollt sich der Blütenstand zusammen, sodass die Blütendolde aussieht wie ein Vogelnest.
Die Frucht der Wilden Möhre, ihre Wurzel, ist länglich. Im Vergleich zur Karotte ist sie nicht satt orange, sondern eher bleich, da sie einen deutlich geringeren Carotin-Gehalt besitzt.
Welche Pflanze ist kein Doldenblütler?
a) Wiesenkerbel b) Riesen-Bärenklau c) Schafgarbe
Antwort c) ist richtig. Die Schafgarbe gehört zur Familie der Korbblütler.
Welcher Teil der Wilden Möhre wurde kultiviert?
a) Wurzel b) Blätter c) Samen
Antwort a) ist richtig. Die heutige Gartenmöhre oder Karotte ist die kultivierte Form der Wilden Möhre.
Wilde Möhrenblüte mit "Mohrenblüte", Foto Dr. Thomas Gölzer