Welche Spechtarten können im Glemstal beobachtet werden?
Das Glemstal ist bekannt für seine biologische Vielfalt, besonders was die "Zimmerleute des Waldes" angeht. Laut Beobachtungen lokaler Naturbeobachter und des NABU
Schwieberdingen-Hemmingen lassen sich folgende Arten finden:
Der mit Abstand häufigste Specht im Glemstal ist der Buntsprecht. Er ist ein Anpassungskünstler und kommt in fast allen Waldstücken, Parks und sogar in Hausgärten vor. Man erkennt ihn gut an seinem schwarz-weiß-roten Gefieder und dem kräftigen Trommeln.
Oft als "Erdspecht" bezeichnet, da man ihn häufig auf Wiesen und Obstbaumbeständen beim Fressen von Ameisen am Boden sieht. Sein markanter Ruf erinnert an ein
lautes Lachen. Er profitiert von den Streuobstwiesen entlang der Glems.
Unser größter heimischer Specht (etwa krähengroß). Er ist komplett schwarz mit einem roten Scheitel. Im Glemstal lebt er vor allem in den größeren, zusammenhängenden Waldgebieten mit altem Buchenbestand, wo er seine großen, ovalen Resonanz- und Bruthöhlen zimmert. An seinem Ruf ist er gut zu erkennen.
Der Zeilwald ist ein wichtiges Refugium für den Mittelspecht. Er ist etwas kleiner als der Buntspecht und hat eine charakteristische rote Kopfplatte ohne schwarzen Rand. Er ist auf alte Laubwälder mit grober Borke (besonders alte Eichen) angewiesen, da er dort seine Nahrung sucht.
Er ist seltener als der Grünspecht, kommt aber ebenfalls im Glemstal in den Wäldern von Markgröningen vor. Er bevorzugt lichte Laubmischwälder und parkähnliche Landschaften. Sein Ruf ist dem des Grünspechts ähnlich, wirkt aber "melancholischer" und fällt in der Tonhöhe ab.
Nur etwa sperlingsgroß und daher leicht zu übersehen. Er hält sich meist in den feuchteren Bereichen des Glemstals auf, etwa in den Weichholzauen direkt am Fluss oder in den Kronen alter Obstbäume. Er ist im Gebiet sehr selten und heimlich.
Ein besonderer Vertreter der Spechte, der als Zugvogel den Winter im Süden verbringt. Er zimmert keine eigenen Höhlen und sieht eher aus wie ein Singvogel mit rindenartiger Tarnfärbung. Er ist im unteren Glemstal ein seltener Brutvogel, der vor allem in den Streuobstgebieten zu finden ist. Helmut Theurer zu Ehren hat der NABU Schwieberdingen-Hemmingen einen Gedenk-Nistkasten für den Wendehals in Schwieberdingen aufgehängt.
Besonders gute Chancen für Specht-Beobachtungen bietet der Naturerlebnispfad Zeilwald (speziell für den Mittelspecht) und der Naturpfad Glemstal. Die beste Zeit ist
das zeitige Frühjahr (Februar bis April), wenn die Vögel durch Trommeln und Rufe ihre Reviere markieren und die Bäume noch nicht belaubt sind.
Mehr Infos und Fotos findet ihr auf der Seite vom NABU https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/buntspecht(externer Link), aufgerufen am
14.03.2026
Dr. Thomas Gölzer, Sprecher NABU Schwieberdingen-Hemmingen, März 2026