Mauerpflanzen

Zimbelkraut (Cymbalaria muralis)

, auch oft als „Mauerblümchen“ bezeichnet, ist ein echter Überlebenskünstler. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, hat es sich mittlerweile fast überall in Europa in Mauerritzen und Felsspalten gemütlich gemacht.

 

Hier ist ein kompakter Überblick über das kleine Kraftpaket:

 

 

🌿 Steckbrief & Merkmale

 

  • Wuchs: Es wächst teppichartig oder hängend (bis zu 60 cm lange Triebe) und wird dabei nur                  etwa 5 bis 10 cm hoch.
  • Blüten: Die kleinen, hellvioletten Lippenblüten mit gelbem Schlund erinnern an Mini-                                Löwenmäulchen. Es blüht ausdauernd von Mai bis September.
  • Blätter: Herz- bis nierenförmig, oft auf der Unterseite leicht rötlich oder violett gefärbt.
  • Besonderheit (Phototropismus): Ein faszinierendes Phänomen – die Blütenstiele wachsen erst          zum Licht (um Insekten anzulocken). Sobald sie befruchtet sind, wenden sie sich vom Licht ab              und schieben die Samenkapseln aktiv in dunkle Mauerspalten hinein.

 

🏡 Standort & Pflege

 

Zimbelkraut ist extrem anspruchslos und ideal für "schwierige" Ecken:

 

  • Licht: Am liebsten halbschattig bis schattig, verträgt aber auch Sonne, wenn es nicht zu trocken          ist.
  • Boden: Durchlässig, gerne kalkhaltig und eher mager. In Mauerritzen reicht ihm oft ein Minimum          an Substrat.
  • Pflege: Es benötigt kaum Aufmerksamkeit. In sehr trockenen Sommern freut es sich über                        gelegentliches Gießen. Wenn es sich zu stark ausbreitet, lässt es sich leicht zurückschneiden.

 

 

🥗 Verwendung: Mehr als nur Deko

 

Wusstet ihr, dass das Zimbelkraut nicht nur hübsch aussieht, sondern auch nützlich ist?

 

  • Essbar: Die Blätter sind reich an Vitamin C. Sie schmecken scharf und leicht bitter (ähnlich wie              Kresse) und können in kleinen Mengen Salaten beigemischt werden.
  • Heilkunde: In der Volksmedizin wurde es früher zur Wundheilung oder gegen Skorbut                                eingesetzt.
  • Garten: Perfekt für Steingärten, Trockenmauern oder als Unterpflanzung in Kübeln, wo es                        malerisch über den Rand hängt. 

 

Die Mauerraute (Asplenium ruta-muraria)

 

ist ein kleiner, zäher Farn, der seinem Namen alle Ehre macht. Wenn ihr an alten Steinmauern, Burgruinen oder Friedhofsmauern kleine, grüne Wedel aus den Fugen sprießen seht, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser Überlebenskünstler.

Hier ist das Wichtigste, was man über diesen „Mauerblümchen“-Farn wissen muss:



Steckbrief der Mauerraute

  •     Aussehen: Die Wedel sind meist nur 5 bis 15 cm lang, derb und lederartig. Die                      einzelnen Blättchen sind rauten- oder fächerförmig, was ihr den Namen gab.
  •     Standort: Sie liebt kalkhaltiges Gestein. Da Mörtel oft Kalk enthalten, sind Ziegel-               und Natursteinmauern ihr bevorzugter Ersatzlebensraum für natürliche Kalkfelsen.
  •     Widerstandskraft: Die Mauerraute hält Trockenheit problemlos aus. Bei                               Wassermangel rollen sich die Blätter ein und sehen vertrocknet aus, werden aber                    nach dem nächsten Regen sofort wieder grün und lebendig.
  •     Verbreitung: Sie ist in ganz Europa weit verbreitet und wintergrün, d. h., man kann               sie auch im tiefsten Schnee an Mauern entdecken.


Warum sie faszinierend ist?

In der Botanik gilt sie als Pionierpflanze. Sie besiedelt Orte, an denen kaum eine andere Pflanze Fuß fassen kann, weil dort kaum Erde vorhanden ist. Ihre Wurzeln dringen tief in die kleinsten Ritzen des Mauerwerks ein, ohne dabei (entgegen manchen Befürchtungen) das Haus zum Einsturz zu bringen.

Mehr Infos und Fotos findet ihr auf der Seite vom NABU https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/grundlagen/elemente/00655.html (externer Link), aufgerufen am 05.03.2026

 

Dr. Thomas Gölzer, Sprecher NABU Schwieberdingen-Hemmingen, März 2026