Eine schöne Sage aus Frankreich erklärt die Farben des Eisvogels: Das Federkleid des Eisvogels war ursprünglich grau. So befand er sich auch in der Arche Noah. Nach
der Taube schickte Noah auch den Eisvogel aus, um nach Land Ausschau halten zu lassen. Als wassererfahrener Vogel schien er sogar besser dafür geeignet als die Taube. Weil sich bei seinem
Aufbruch ein Sturm erhob, musste er seinen Flug zum Himmel nehmen, um nicht von den sich aufbäumenden Wellen verschlungen zu werden. Dabei versenkte er sich in das Himmelblau, das bald auf seine
Federn abfärbte.
Ganz hochgestiegen, sah er die Sonne unter sich aufgehen, was ihn so faszinierte, dass er immer weiter auf sie zuflog. Von der immer größer werdenden Hitze fingen
seine Bauchfedern Feuer, weshalb er schnell seinen Flug zur Sonne aufgab und sich in den Wasserfluten der Erde abkühlte.
Da Noah inzwischen Land gefunden hatte, suchte der Eisvogel die Arche auf dem Wasser ohne Erfolg. Seine Mission dauert bis heute an und so sieht man ihn entlang der
Flüsse nach der Arche suchen und mit unverkennbarem Triller nach Noah rufen.
Der Eisvogel ruft scharf pfeifend "zii", manchmal zweisilbig "zii-ti", bei Aufregung auch mehrmals hintereinander. Dieser - einem Pfeifen ähnelnde - Ruf ist meist der akustische Vorbote, bevor er geradlinig dicht über der Wasseroberfläche vorbeischießt.
Lebensraum: Der Eisvogel lebt in der Nähe von natürlichen, langsam fließenden und fischreichen Flüssen und Bächen oder auch an Baggerseen und Teichen in Parks. Er benötigt geeignete Steilhänge, in denen er die Brutröhren graben kann.
Nahrung: Der Eisvogel ernährt sich von kleinen Fischen, die er im Sturzflug ins Wasser eintauchend bis zu 100 cm unter der Wasseroberfläche mit seinem Schnabel ergreift. Täglich benötigt er ca. 5 - 10 Fische. Im Sommer frisst er außerdem auch Insekten, kleine Frösche und Kaulquappen.
Fortpflanzung: Eisvogelpaare sind sich nicht treu, sie finden sich jedes Frühjahr neu. Ab Ende März brütet der Eisvogel in meist selbst gegrabenen Brutröhren in steilen Lehm- oder Uferböschungen. Nach einer Brutzeit von 21 Tagen schlüpfen sechs bis sieben Junge, die nach 23 - 27 Tage Nestlingszeit ausfliegen. Regelmäßig brütet der Eisvogel noch ein zweites Mal, eine dritte Brut ist ebenfalls möglich.
Wie schafft es ein Eisvogelpaar, in maximal drei Bruten bis zu 21 Junge aufzuziehen?
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Durch sogenannte „Schachtelbruten“. Dabei legt das Weibchen schon ein neues Gelege,
während das Männchen die Jungen der vorherigen Brut noch füttert.
Was ist ein „Futterkarussel“?
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In Eisvogelfamilien geht es gerecht zu – dafür sorgt das Futterkarussell: Die Jungvögel bilden
in der Brutkammer einen Kreis, und es wird immer nur der Jungvogel gefüttert, der am
nächsten zum Eingang liegt. Danach wird rotiert, so dass jeder Jungvogel gleich viel Futter
bekommt.
Wie tief kann der Eisvogel zur Jagd ins Wasser eintauchen?
a) bis 10 cm b) bis 50 cm c) bis 100 cm
Richtig ist Antwort c) bis 100 cm.
Nach der Jagd fliegt er zurück auf die Sitzwarte. Wie lange dauert die Jagd eines Eisvogels im Schnitt?
a) 2-3 Sekunden b) 2-3 Minuten c) 10-15 Minuten
Richtig ist Antwort a) bis 2-3 Sekunden.
Eisvogel auf Ansitz, Foto Dr. Thomas Gölzer
Wie der Eisvogel zu seiner Farbe kam
NABU, Vogel des Jahres 2009, https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/2009-eisvogel/10495.html(externer
Link), aufgerufen am 02.12.2025
Ruf des Eisvogels und Lebensweise des Eisvogels
LBV, Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V., Artenportrait Eisvogel, https://www.lbv.de/ratgeber/naturwissen/artenportraits/detail/eisvogel/(externer Link), aufgerufen am
02.12.2025
NABU, Der Eisvogel im Portrait
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/2009-eisvogel/10496.html
(externer Link), aufgerufen am 14.11.2025
Yvonne Roscher, Projektleiterin Naturpfad Mittleres Glemstal, NABU Schwieberdingen-Hemmingen, Februar 2026