Moorkirchlein

 

       

Die Sage vom Moorkirchlein

 
Die Geschichte des Ritters Christoph, oder Christoffel genannt, und seiner unglücklichen Liebe ist ein typisches Thema für Sagen und Geschichten rund um Burgen. Auch die Elemente einer großen Schlacht oder das Versinken im Moor tauchen gern auf. Oder der heilkundige Einsiedler, der Kranke heilt.


Ob sich alles so zugetragen hat, wie es erzählt wird, wissen wir heute nicht mehr genau. Wir finden die Sage nur an wenigen Stellen aufgeschrieben, so z.B. in dem Büchlein “Die Nippenburg, ihre Geschichte und ihre Geschlechter” (Lit 1). Dort erzählt Klara Silber (1890-1985), die Mühlenbesitzerin der Hagmühle im Glemstal bei der Nippenburg, ihre Version. Die älteste uns bekannte geschriebene Version stammt aus dem Jahr 1924 (Lit 2).


Gesichert ist, dass ein Ritter Christoffel von Hemmingen im Jahr 1402 verstarb. Eine hölzerne Tafel in der Laurentiuskirche Hemmingen verkündet davon. Sie wurde 1726 renoviert. Am Fuß der Tafel sehen wir ein auf den Kopf gestelltes Wappen. Dies zeigt, dass das Geschlecht ausgestorben ist.


Glaubhaft ist, dass ein Heilkundiger Einsiedler im Glemstal Kräuter gesammelt hat und Kranke geheilt hat. Im Glemstal wachsen auch heute noch Pflanzen mit Heilwirkung.


Wo genau sich das Moorkirchlein befand ist unbekannt.  Stets unterhalb der Nippenburg im Glemstal wird es verortet, meist etwas glemsaufwärts Richtung Ditzingen. 

 

Irrlichter

Irrlichter werden schon seit vielen Jahrhunderten beschrieben. Meist als Leuchterscheinungen, die wie blaue Flämmchen über Mooren, in dunklen Wäldern oder auf Friedhöfen gesichtet werden. Im Aberglauben werden sie als übernatürliche Wesen angesehen oder als die Seelen von unglücklichen Toten.


Wissenschaftler sehen eine mögliche Erklärung für das Phänomen der Irrlichter in der Freisetzung und spontanen Entzündung natürlicher Faulgase. Eine andere mögliche Erklärung ist, dass es sich um biolumineszente Effekte handelt, zum Beispiel durch den Pilz Hallimasch. (Lit 3 und 4).


Eine systematische wissenschaftliche Erforschung ist schwierig, da Irrlichter nur kurz und sporadisch auftauchen. Sie werden jedoch immer wieder von Beobachtern beschrieben.


Versetzt man sich gedanklich in die sehr dunkle Welt des Mittelalters, kann man sich gut vorstellen, dass ein “Irrlicht” nachts eine junge Frau auf eine falsche Fährte locken kann.

 

Quiz

 

In welchem Jahr starb Christoffel von Hemmingen?
    a) 902        b) 1202        c) 1402

Korrekte Antwort: c

 

Fotos auf dem Schild:

 

1)    Holztafel in der Laurentiuskirche, Hemmingen, Foto Dr. Thomas Gölzer. Januar 2026
2)    Ausschnitt daraus

 

Literatur:

 

1)    „Die Nippenburg ihre Geschichte und ihre Geschlechter“, Verfasser Helmut Theurer           

        Schwieberdingen, 1997, Herausgeber Karl Magnus Graf Leutrum von Ertingen Nippenburg,

        Schwieberdingen; 3. Auflage 2005
2)    „Heimatbuch aus dem Bezirk Leonberg“ von J. Binder, Verlag August Reichert, Leonberg, 1924
3)    Johannes Wagner, „Erd- und Landschaftsgeschichte des Glemstals“, Ein Wanderbegleiter von

        der Quelle bis zur Mündung, Selbstverlag Stuttgart 2016, 2. Auflage
4)    https://de.wikipedia.org/wiki/Irrlicht (externer Link), abgerufen am 03.12.2025

 


Hildegard Gölzer, Sprecherin NABU Schwieberdingen-Hemmingen, Januar 2026