„Wie singen unsere Vögel?“, Vogelkundlicher Spaziergang, Bericht
Zu unseren vogelkundlichen Spaziergang mit Prof. Dr. Hartmut Kayser nutzten 9 Teilnehmende die Gelegenheit, an einem fast sonnigen Vormittag den Vögeln des Glemstals zu lauschen und sie allein am
Klang ihres Gesangs zu bestimmen.
Wie kann man sich die Vogelstimmen merken? Wo es möglich ist durch Merksätze, ansonsten über den Klang des Gesangs - hohe und tiefe Töne, den Rhytmus der Töne.
Mit den Rufen eines Buntspechts begann unsere Reise in die Klangwelt der Vögel. Spechte singen nicht, sie sind keine Singvögel, sie können nur Rufen und Klopfen. Ihr Klopfen entspricht dem Singen der Singvögel, um ihr Revier abzugrenzen und zu verteidigen. Die Klopftöne sind höher oder tiefer, durch die Wahl der Stelle am Baumstamm oder Ast. Die Rufe sind Lock-, Bettel-, Fütterungs-, Warnrufe ...
Wir hörten eine Elster und die Mönchsgrasmücke mit ihrem lauten kurz flötenden Tönen mit einem kurzen Schnörkel am Ende, anders als die Amsel, die mit lauten aber langen flötenden Tönen singt.
Zwei Turmfalken kreisten über ihrem Nest hoch in den Baumwipfeln. Turmfalken sind ebenfalls keine Singvögel sondern Rufen stattdessen. Wir sahen einen Schwarzmilan und Komoran hoch am Himmel fliegen.
Wir stellten immer wieder fest wie ungewöhnlich still für diese Jahreszeit das Glemstal ist. Nur wenige Singvögel sind an beiden Seiten der Glems zu hören.
Der Zilpzalp war schnell durch seinen markanten Gesang seines Namens erkannt. Wir lernten, die Blaumeise hat eine höhere Tonlage als die Kohlmeise und sie haben bei der Nahrungssuche unterschiedliche Ansprüche.
Der kleine Zaunkönig sang recht laut für seine Größe. Er mag fließendes Wasser und auch Wasserfälle.
Eine Singdrossel wiederholte ihr Klangmotiv 3-5 mal. Es zeigte sich noch ein Eichelhäher und wir hörten aus der Ferne einen Buchfink, Gartenbaumläufer und ein Rotkehlchen.
Zum Ende überraschte uns doch noch ein Regenschauer.
Heutzutage gibt es auch für nicht versierte Vogelstimmenhörer Apps, mit denen sie ihr Hörerlebnis überprüfen können z.B.: Deutsche Vogelstimmen, Merlin oder BirdNet.
Herzlichen Dank an Prof. Dr. Hartmut Kayser für seine sehr informative und interessante Einführung in die Welt der Vogelstimmen.
Susann Rothweiler, Sprecherin NABU Schwieberdingen-Hemmingen


