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Breites NABU-Bündnis für den Erhalt des Regenpfeiferackers – Bericht

Bild: Wollen wir wirklich den Regenpfeiferacker beim Naherholungsgebiet Zeilwald und dem Gartenhausgebiet Gagerbach mit vier über 250 m hohen Windrädern zubauen? Foto: Helmut Schäfer
Bild: Wollen wir wirklich den Regenpfeiferacker beim Naherholungsgebiet Zeilwald und dem Gartenhausgebiet Gagerbach mit vier über 250 m hohen Windrädern zubauen? Foto: Helmut Schäfer

Breites NABU-Bündnis für den Erhalt des Regenpfeiferackers – Bericht 
Am Samstagvormittag luden sechs NABU-Gruppen zu einem Vor-Ort-Termin auf den Regenpfeiferacker zwischen Hemmingen und Schwieberdingen (geplante Windvorrangfläche LB 08), um über „Windkraft versus Vogelzug“ zu informieren.  Anlass ist die am 3.12.2025 stattfindende Regionalversammlung, in der über dieses Vorranggebiet entschieden wird.
Ein kleiner Spaziergang führte uns vom Zeilwald Hemmingen zum „Regenpfeiferacker“. Hier entdeckte unser NABU-Sprecher Dr. Thomas Gölzer 2008 rastende Goldregenpfeifer. 
Regenpfeifer und auch viele andere Vögel rasten im Frühjahr kurz. Im Herbst brauchen Sie eine mehrtägige Rast, um ihre Energiereserven für den langen Flug nach Nordafrika aufzufüllen. Mornellregenpfeifer rasten nur auf Feldern ohne Vertikalstrukturen. Es dürfen im Umfeld keine Bäume stehen, keine Strommasten o.ä. vorhanden sein. Die Route des Vogelzuges ist zu großen Teilen in den Vögeln genetisch festgelegt. Die Altvögel fliegen zu anderen Zeiten als die Jungvögel. Die Jungvögel fliegen sogar sehr präzise die Routen mit ihren „Trittsteinen“ zum Rasten.
Es gibt in Baden-Württemberg nur drei bekannte Rastplätze für Mornellregenpfeifer. Einer davon ist der Regenpfeiferacker in Hemmingen. Mornellregenpfeifer und viele andere Zugvögel rasten hier häufig in kleineren Trupps auf den abgeernteten Feldern oder kurzen Wiesen.  Ornithologen beobachten und dokumentieren das Zuggeschehen auf dem Regenpfeiferacker seit über 10 Jahren.  
Die Flächen um den Regenpfeiferacker sind von herausragender Bedeutung für den Vogelzug. Eine der wenigen Flächen ohne Vertikalstrukturen. Lasst sie uns als „Trittstein“ für den Vogelzug erhalten!

Am Samstag wurde übrigens die beindruckende Anzahl von 43 über den Regenpfeiferacker ziehenden Vogelarten in Ornitho.de eingetragen, darunter Merlin, Gänsesäger, Kernbeisser, Silberreiher. 
Wir danken Dr. Thomas Gölzer für die Organisation der Veranstaltung, den acht umliegenden NABU-Gruppen, vor allem Helmut Schäfer, Bernhard Mokler und Ulrike Preuss-Ruf vom NABU Markgröningen für ihre intensive Unterstützung, Johannes Völlm vom NABU Korntal-Münchingen für die Führung und allen, denen der Erhalt des Regenpfeiferackers am Herzen liegt. 


Susann Rothweiler, Sprecherin NABU Schwieberdingen-Hemmingen